Rina – Schritt für Schritt in ein neues Leben

Alle Angaben entsprechen den Angaben der Pflegestelle. Alle Hunde wurden einmalig einem Tierarzt vorgestellt zur Blutprobenabnahme für den Mittelmeercheck. Hier erhält der Hund einen Erstcheck (Ohren, Augen, Zähne, etc.). Alter und Größen- sowie Gewichtsangabe können abweichen. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind immer möglich. Sie adoptieren Second-Hand-Hunde, die vorher kein Familienleben kannten und auf den Straßen ums Überleben gekämpft haben, dies hinterlässt oft psychische Spuren und körperliche Defizite.


Was ist mir passiert?

Rina kam mit einer alten Fraktur am Hinterlauf und vollkommen verfilzt in das Canile Comunale Tortoli. Von ihrem Leben vor dem Canile wissen wir nur, dass die Fraktur nie behandelt wurde und auf sie wahrscheinlich geschossen wurde, weil noch Teile von Bleikugeln im Röntgen sichtbar wurden.

Im November 2025 konnte Rina für das Röntgen sediert werden und zeitgleich wurde sie endlich von dem verfilzten Fell befreit, dass förmlich auf ihr lastete. Die Röntgenaufnahmen zeigten das ganze Ausmaß ihrer Verletzung: ein nicht achsengerechter Bruch, ein sich auflösender Femurkopf und Veränderungen in der Knochenstruktur.

Mit dieser Diagnose war Rinas einzige Hoffnung eine baldige Ausreise nach Deutschland, damit ihre Verletzungen endlich behandelt werden können.

Wo bin ich?

Im Mai 2026 war es endlich soweit und Rina durfte auf eine Pflegestelle in 86695 Nordendorf ausreisen. Dort lebt sie mit einer weiteren Hündin und ihrem Pflegefrauchen in einem Haus mit Garten.

Wie bin ich?

Rinas Aussehen erinnert an einen Gos d’Atura Català, einen katalanischen Schäferhund. Hütehunde wie diese sind intelligent, sensibel und sehr kooperationsbereit – sie brauchen die Bindung zu ihrem Menschen, um sich gut zu entwickeln. Auf Sardinien leben sie oft isoliert bei Herden oder auf Höfen, ohne Sozialisierung oder persönliche Zuwendung. In solchen Umständen bleiben viele ihrer positiven Eigenschaften verborgen oder verkümmern.

Rina hatte wohl nie einen Menschen an ihrer Seite, der diese positiven Eigenschaften gefördert hat. Im Gegenteil – sie hat gelernt, dass Menschen gefährlich sein können und so wurde sie zu einer sehr vorsichtigen Hündin voller Misstrauen gegenüber Menschen.

Auf ihrer Pflegestelle kann Rina das erste Mal erleben, dass sich ein Mensch um sie kümmert und ihr Zeit gibt, ihre Unsicherheit zu überwinden. Und schon blitzen ihre wunderbaren Eigenschaften durch: sie möchte gefallen und das richtige tun, ist aufmerksam, beobachtet ihre Umgebung und beginnt die Nähe zum Menschen zu suchen.  Ganz vorsichtig und in kleinen Schritten hat sie begonnen, Vertrauen zu fassen.

Sie hat sich an das Halsband und Geschirr gewöhnt und läuft ohne Ziehen an der Leine. Auf Spaziergängen darf sie auch schon ohne Leine laufen, da sie den Kontakt zum Menschen sucht und hört, wenn sie gerufen wird. Sie liebt Bewegung und hat eine ausgelassene und lustige Seite. Mit großer Selbstverständlichkeit geht sie in jeden See und dreht ihre Runden, um sich anschließend genussvoll zu wälzen.

Mit anderen Hunden kommuniziert sie angemessen und respektvoll. Auch im Auto fährt sie schon anstandslos mit.

Aber es gibt natürlich auch die vorsichtige und unsichere Seite. Rina muss sich noch mehr an Menschen und das Leben mit ihnen gewöhnen. Unser alltägliches Leben mit all den neuen Geräuschen und Reizen überfordern Rina noch. Wird es ihr zu viel und werden ihre Grenzen nicht geachtet, zeigt sie klar und deutlich, dass sie Abstand und Raum braucht.

Ihre Verletzungen schränken sie bei Spaziergängen ein und sie beginnt zu humpeln. Sie wurde bereits geröntgt und weiterführende Untersuchungen sollen klären, wie Rina durch eine OP geholfen werden kann.

Was suche ich?

Rina braucht ein Zuhause in einem ruhigen Haushalt bei Menschen, die ihr Sicherheit und klare Strukturen geben und sie liebevoll und konsequent führen. Das Wichtigste sind jedoch Geduld und Zeit, damit Rina in ihrem Tempo ihre Umwelt kennenlernen kann.

Rina freut sich über Menschen, die sich gerne in der Natur bewegen, aber Rücksicht auf ihre körperlichen Einschränkungen nehmen. In ihrem neuen Zuhause sollte ein souveräner, erwachsener Ersthund leben, an dem sie sich orientieren kann.

Für Rina suchen wir Menschen, die

  • hundeerfahren sind – insbesondere im Umgang mit sensiblen, zurückhaltenden Hunden,
  • bereit sind, Vertrauen gegen Vertrauen zu setzen und eine tiefe, ehrliche Bindung einzugehen,
  • keinen Befehlsempfänger suchen, sondern einen Hund, der selbstständig denkt und handelt,
  • sie als Familienmitglied sehen – nicht als „Wachhund“, der draußen bleiben muss,
  • ihr tägliche Spaziergänge ermöglichen – behutsam, aber regelmäßig,
  • in einem Haus mit sicher eingezäuntem Garten wohnen,
  • in einer ländlichen, ruhigen Umgebung leben.

Wir vermitteln bundesweit, wenn du dazu bereit bist, Rina auf der Pflegestelle kennenzulernen und abzuholen.

Geboren

ca. 01.01.2019

Alterskategorie

Erwachsene

Rasse

Katalanischer Schäferhund-Mischling

Schulterhöhe

ca. 48 cm

Gewicht

ca. 24 kg

Geschlecht

Weiblich

Kastriert

Ja

Geimpft

Ja

Gechippt

Ja

Mittelmeerkrankheiten

1. Test:, Babesiose vogeli positiv, Hautwurm positiv, Rest negativ

Krankheiten

Ja, siehe Mittelmeerkrankheiten

Handicap

Alte Verletzung bzw. Fraktur im Bereich des Femurkopfes/-halses

Aufenthaltsort

86695 Nordendorf

Bundesland

Bayern

Gesucht wird

Zuhause

Hundeverträglichkeit

Ja

Katzenverträglichkeit

Nein

Kinderlieb

Unbekannt

Jagdtrieb

Nein

Garten

Ja

Zweithund

Ja

Hundeschule

Bedingt

Ansprechpartner

Alexandra Bauer


Vermittlung Herdenschutzhunde

Telefon: (0162) 64 28 09 4
E-Mail: alexandra.bauer@streunerherzen.com

Video

Rassebeschreibung

Wir stellen vor: Der Katalanische Schäferhund (Gos d’Atura Català)

Reinrassige Katalanische Schäferhunde

Geschichte und Herkunft

Der Katalanische Schäferhund – auf Katalanisch Gos d’Atura Català – stammt aus den Pyrenäen der nordöstlichen Region Spaniens, insbesondere aus Katalonien. Dort wurde er seit Jahrhunderten als Arbeitshund für das Hüten von Schafen und Rindern eingesetzt. Seine genaue Herkunft lässt sich nicht lückenlos zurückverfolgen, doch man vermutet, dass er aus alten asiatischen Hütehundlinien hervorgegangen ist, die mit Nomaden oder über Handelswege ins Mittelmeergebiet gelangten.

Nach dem Spanischen Bürgerkrieg geriet die Rasse beinahe in Vergessenheit. Erst in den 1970er-Jahren begannen engagierte Züchter mit dem Wiederaufbau der Population. Heute ist der Gos d’Atura Català in seiner Heimat Katalonien wieder häufiger anzutreffen, außerhalb Spaniens jedoch noch immer selten.

Rassebeschreibung laut FCI

Der Gos d’Atura Català wird von der FCI in der Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde) und in der Sektion 1 (Schäferhunde) geführt.

Im FCI-Rassestandard wird der Katalanische Schäferhund als sehr zurückhaltender, lebhafter und intelligenter Hund beschrieben, der dem Schäfer und der ihm anvertrauten Herde „aufopfernd ergeben“ ist. Er hält typischerweise Abstand zu Fremden und ist sehr wachsam.

Erscheinungsbild

Der Katalanische Schäferhund ist laut Standard 45 bis 55 cm hoch. Er ist vielfarbig innerhalb des Fells, so dass er von weitem einfarbig erscheint. Die Grundfarben der Hunde sind loh, sandgelb, grau oder schwarz, eine Weißzeichnung ist nicht erlaubt. Das Haar ist lang, glatt oder sehr leicht gewellt, oder rau mit reicher Unterwolle. Am Kopf weist er Kinn- und Schnurrbart, Tolle und Augenbrauen auf, welche die Augen nicht verdecken. Seine Ohren sind hoch angesetzt, dreieckig, dünn, spitz zulaufend, am Kopf anliegend.

Rassespezifische Charakterzüge

Der Gos d’Atura Català ist ein äußerst intelligenter und arbeitsfreudiger Hütehund mit ausgeprägter Beobachtungsgabe. Seinen vertrauten Menschen gegenüber zeigt er sich anhänglich, loyal und sensibel, während er Fremden gegenüber eher zurückhaltend ist. Er gilt als wachsam und mutig, ohne dabei ein Kläffer zu sein.

Typisch für diese Rasse ist eine starke Eigenständigkeit: Der Katalanische Schäferhund denkt mit, hinterfragt Kommandos und entscheidet gerne situationsabhängig. Dabei arbeitet er zwar kooperativ mit dem Menschen zusammen, lässt sich aber nicht einfach „abrichten“ – er braucht eine klare, ruhige und einfühlsame Führung, die ihm Sicherheit gibt, ohne ihn zu unterdrücken.

In seinem Wesen vereint er Temperament und Sensibilität. Er reagiert feinfühlig auf Stimmungen, baut enge Bindungen zu seinen Bezugspersonen auf und zeigt eine hohe Bereitschaft zur Zusammenarbeit – solange diese auf gegenseitigem Respekt beruht. Stress, Druck oder harte Erziehung verunsichern ihn schnell. Seine Arbeitsfreude, gepaart mit einem hohen Maß an Selbstständigkeit, machen ihn zu einem anspruchsvollen, aber auch sehr besonderen Begleiter für erfahrene und einfühlsame Menschen.

Haltungsempfehlung

Der Katalanische Schäferhund ist kein Hund für Anfänger. Seine Haltung setzt Erfahrung, Geduld und ein feines Gespür für Körpersprache voraus. Er fühlt sich besonders in einem ruhigen, ländlichen Umfeld mit viel Platz wohl, wo er sich sowohl körperlich als auch geistig auslasten kann. Wichtig sind eine klare, faire Kommunikation und eine stabile Bezugsperson, die eine vertrauensvolle Beziehung auf Augenhöhe aufbaut. Idealerweise bekommt er eine sinnvolle Aufgabe – sei es im Alltag, im Hundesport oder tatsächlich beim Hüten. Wird er hingegen lediglich als Wachhund auf dem Grundstück oder als reiner Familienhund ohne Beschäftigung gehalten, ist er schnell unterfordert, was zu Verhaltensproblemen führen kann. Wird er jedoch seiner Art entsprechend gehalten und gefördert, zeigt er sich als äußerst loyaler, aufmerksamer und charakterstarker Begleiter.


Katalanische Schäferhund-Mischlinge