Die Informationen stammen von unseren sardischen Kollegen und Tierärzten vor Ort. Alle Hunde werden/wurden meistens mehrfach von den Vermittlern besucht und auch beurteilt – so gut dies in den jetzigen Lebensumständen möglich ist. Alter, Größen- und Gewichtsangaben können abweichen. Wir können keine weiteren Auskünfte im Umgang mit Kindern und Katzen geben, wenn hier „unbekannt“ angegeben ist. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind immer möglich.
Was ist mir passiert?
Mowgli stammt aus Sardinien und lebte gemeinsam mit Condor bei einer älteren Dame. Die beiden Retriever-Spinone-Mischlinge wuchsen zusammen in einem Zuhause mit menschlicher Nähe, Struktur und Geborgenheit auf.
Mit dem Tod ihrer Besitzerin änderte sich ihr Leben abrupt. Niemand aus der Familie war bereit, die beiden Hunde aufzunehmen. So verloren Mowgli und Condor von einem Tag auf den anderen ihr Zuhause und ihre wichtigste Bezugsperson.
Ende Januar 2026 kamen sie schließlich ins Canile Comunale Tortolì. Für Hunde, die ein Familienleben kannten, ist dieser Einschnitt besonders hart: Statt Nähe und Sicherheit gibt es nun Einsamkeit, Lärm, Gitter und endloses Warten.
Wo bin ich?
Derzeit lebt Mowgli in unserem Kooperationstierheim Canile Comunale Tortolì auf Sardinien. Die Grundversorgung ist zwar gesichert, doch das Leben im Zwinger setzt ihm deutlich zu. Er leidet sichtbar unter dem Eingesperrtsein, der Isolation und dem fehlenden Kontakt zu Menschen.
Anfang April war ich gemeinsam mit dem Team STREUNERHerzen e.V. vor Ort im Canile und ich war erschrocken, wie sehr Mowgli durch den anhaltenden Stress abgebaut hat. Er hat deutlich an Gewicht verloren, wirkt innerlich erschöpft und sein Blick ist unendlich leer und traurig. Besonders spürbar ist, wie sehr er unter den Bedingungen und dem Alleinsein leidet. Er zeigt klar, dass er nicht für ein Leben hinter Gittern gemacht ist.
Man merkt ihm sehr deutlich an, dass er ein Zuhause kannte und dieses schmerzlich vermisst. Es ist schwer zu ertragen, wie sehr er dort leidet. Hunde, die einmal geliebt wurden und jetzt einfach nur noch ausharren müssen.
Wie bin ich?
Mowgli ist ein junger Rüde im besten Junghundealter. Optisch erinnert er an einen Retriever-Spinone-Mischling – eine Kombination, die viele tolle Eigenschaften vereinen kann.
Retriever sind bekannt für ihre Lernfreude, ihre kooperative Art und ihre große Menschenbezogenheit. Der Spinone Italiano bringt zusätzlich Sensibilität, Ausdauer und eine enge Bindung an seine Menschen mit. Zusammen ergibt das einen Hund, der sich hervorragend für aktive Menschen eignet, die Freude daran haben, Zeit mit ihrem Hund zu verbringen und ihn sowohl körperlich als auch geistig auszulasten.
Was suche ich?
Mowgli braucht dringend ein liebevolles Zuhause oder eine Pflegestelle, um dem Stress und der Isolation des Canile zu entkommen. Er ist bereit für ein neues Leben, braucht aber Menschen, die ihm Zeit geben, anzukommen und Vertrauen aufzubauen.
Ein sicherer Rahmen, Nähe, klare Strukturen und gemeinsame Zeit sind für ihn jetzt entscheidend. Besonders wichtig ist, dass er endlich wieder zur Ruhe kommen darf und nicht weiter unter den Bedingungen im Canile leiden muss.
Mowgli hatte bereits ein Zuhause und genau deshalb trifft ihn das Leben im Zwinger umso härter. Er braucht dringend die Chance, wieder ein Teil einer Familie zu sein und nicht länger hinter Gittern zu warten.
Wir vermitteln bundesweit. Die Koffer sind gepackt und Mowgli kann nach Deutschland ausreisen.
Ansprechpartner
Tanja Beer

Vermittlung Jagdhunde
Telefon: (0176) 45 67 84 38
E-Mail: tanja.beer@streunerherzen.com

Rassebeschreibung 2
Wir stellen vor: Spinone Italiano
Reinrassige Spinoni Italiani

Geschichte bzw. Herkunft
Es wird vermutet, dass die Rasse im italienischen Piemont ihren Ursprung hat und man geht davon aus, dass es sich um einen der ältesten Vorstehhunde handelt. So ist dieser Hundetyp schon auf der Wandmalerei von Andrea Mantegna „Die Rückkehr der Kardinals Gonzaga (1450)“ und auf einem Gemälde von Annibale Carracci (1560 bis 1609) zu finden. Jacques Espée de Selincourt schreibt 1683 in seinem Buch Le Parfait Chasseur (Der perfekte Jäger), dass die besten Griffons aus Italien und Piemont kommen und nimmt dabei Bezug auf den Spinone. Gerade weil es sich um eine alte Rasse handelt, sind die Ursprünge unklar und es gibt verschiedene Theorien, die weit auseinander liegen. Tale, ein Kynologe aus dem 16. Jahrhundert, vermutet die Herkunft des Spinone in der Verbindung von russischen Griffons mit dem Bracco Italiano. Eine andere Theorie vermutet die Herkunft bei einem inzwischen ausgestorbenen spanischen Vorstehhund.
Während des Zweiten Weltkriegs starb der Spinone fast aus. Dabei spielte auch die Tatsache eine Rolle, dass viele italienische Jäger begannen mit anderen Vorstehhunden zu jagen, die aus dem Ausland kamen – wie Setter, Pointer oder Deutsch Drahthaar. Im Gegenzug wurde der Spinone auch in andere Länder exportiert, so dass sich die Zuchtpopulation erholte.
Rassebeschreibung
- FCI Gruppe 7: Vorstehhunde
- Sektion 1: Kontinentale Vorstehhunde
- Größe: Rüden 60 – 70cm, Hündinnen 58 – 65cm
- Gewicht: Rüden 32 – 37kg, Hündinnen 28 – 30kg
Erscheinungsbild
- Hund von kräftigem, derbem und widerstandsfähigem Körperbau mit kräftigen Knochen, gut entwickelter Muskulatur und einer rauen Behaarung. Wichtige Proportionen: Sein Körperbau ist nahezu quadratisch. Die Rumpflänge entspricht der Widerristhöhe, mit einer Toleranz von 1 bis 2cm mehr Rumpflänge. Die Länge des Kopfes entspricht 4/10 der Widerristhöhe; seine Breite beträgt, in Höhe des Jochbeinbogens gemessen, weniger als die Hälfte seiner Länge. Die Lende misst in der Länge etwas weniger als ein Fünftel der Widerristhöhe.
- Haar: Länge am Körper: 4 bis 6cm, kürzer am Fang, Kopf, Ohren, Vorderseiten der Gliedmaßen und auf den Pfoten. Auf der Rückseite der Gliedmaßen ist das Haar bürstenartig, zeigt aber nie Fransen. Lange und steife Haare zieren die Augenbrauenbogen und die Lefzen; sie bilden dabei dichte Augenbrauen, Schnurrbart und Kinnbart. Das Haar ist steif, hart, dicht und eher anliegend. Es gibt keine Unterwolle.
Rassespezifische Charakterzüge
Der Spinone Italiano ist eine sanfte, tolerante und gesellige Hunderasse, der ein unterhaltsamer Gefährte ist und menschliche Gesellschaft liebt – sei es beim Spiel im Garten oder wenn er nach einem langen Spaziergang zufrieden zu deinen Füßen liegt. Ein aktives Zuhause, das ihm viel Bewegung an der frischen Luft bietet, ist unerlässlich.
Naturgemäß umgänglich, gelehrig und geduldig, der Spinone ist ein erfahrener Jäger in allen Gebieten; unermüdlich geht er bereitwillig ins dornige Unterholz oder wirft sich ins kalte Wasser. Er besitzt eine bemerkenswerte Veranlagung zum starken und schnellen Trab; von Natur aus ist er ein hervorragender Apportierhund.
Haltungsempfehlung
Der Spinone Italiano ist zwar ein umgänglicher, freundlicher und ruhiger Hund, wenn er gut ausgelastet ist, muss aber trotzdem konsequent und mit viel Geduld erzogen werden. Wenn dies geschieht, so lässt er sich leicht führen. Wer diesen Hund nicht richtig erzieht, läuft Gefahr, dass der Spinone macht was er will und dass sein Sturkopf mehr und mehr zum Vorschein kommt.
Besonders wichtig ist es bei dieser Rasse, ein enges Vertrauensverhältnis zum Hund aufzubauen und ihm klarzumachen, dass der Mensch führt. Für Anfänger eignet sich dieser Hund, wenn sie es schaffen, ihm die entsprechende Erziehung zukommen zu lassen.
Ein Spinone Italiano sollte auf dem Land in einem Haus mit Nähe zur Natur gehalten werden, da er sich viel und frei bewegen muss. Er hält sich am liebsten im Freien auf und sollte viel Auslauf bekommen. Zudem ist vor allem in jungen Jahren wichtig, dass der Hund eine Beschäftigung erhält, die seine Instinkte fordert. Der Garten des Spinone sollte gut gesichert sein, denn dieser italienische Vorstehhund wird aufgrund seines Jagdtriebs dazu neigen, sich allein auf die Jagd zu begeben, wenn er die Möglichkeit dazu bekommt.
Der Spinone Italiano als klassischer Jagdhund benötigt viel Bewegung und sollte entsprechend seiner stark ausgeprägten Instinkte gefördert und beschäftigt werden. Das heißt, dass für diesen Hund am besten Beschäftigungen in Frage kommen, die der Jagd möglichst ähnlich sind. Ein Spinone wird mit großer Motivation auf der Fährte seine gute Nase einsetzen und alle Gegenstände finden, anzeigen und apportieren, die er suchen soll. Genauso wird er beim Mantrailing sehr erfolgreich sein können und den zu suchenden Menschen wahrscheinlich in Rekordgeschwindigkeit aufspüren. Natürlich ist ein Spinone Italiano aber auch ein ausgezeichneter Begleiter bei bewegungsintensiven Aktivitäten, wie Wandern, Joggen oder Fahrrad fahren.
Gesundheit – Lebenserwartung
Der Spinone Italiano hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 12 Jahren. Es handelt sich also um eine robuste Hunderasse mit guter Gesundheit.
Der Spinone Italiano neigt als sehr aktiver Hund nicht zu Übergewicht. Gegen Kälte und Nässe ist er aufgrund seines rauen Fells recht gut gewappnet, Hitze verträgt der Vorstehhund wie die meisten anderen auch eher nicht so gut.
Spinone Italiano Mischlinge
